
Revolut hat bei der FINMA einen Antrag auf eine Banklizenz eingereicht. Erhält Revolut diese Lizenz, könnte das Unternehmen in der Schweiz eine unabhängige Bank gründen, eBill integrieren und berechtigte Einlagen mit der Schweizer Einlagensicherung abdecken. TWINT gehört ebenfalls zu den geprüften Funktionen, und ein Angebot zur Säule 3a wird in Betracht gezogen. Doch es geht um mehr als diese Neuerungen: Revolut will, dass seine Kunden ihren Lohn erhalten und ihre Finanzen im Alltag über die App verwalten.
Kurz gesagt
- Revolut hat bei der FINMA eine Schweizer Banklizenz beantragt. Solange die Behörde noch nicht entschieden hat, ändert sich für die Kunden nichts.
- Wird die Lizenz erteilt, könnte Revolut seine Kunden an eine Schweizer Bank anbinden, die Lohnzahlungen vereinfachen und berechtigte Einlagen durch die Schweizer Einlagensicherung abdecken.
- eBill und Anlagekonten in Franken sind angekündigt. TWINT und eine Säule 3a werden weiterhin geprüft.
- Revolut will, dass seine Kunden ihr Konto wählen, um ihren Lohn zu erhalten und ihre Finanzen im Alltag zu verwalten.
Revolut will in der Schweiz eine unabhängige Bank gründen
Der am 16. September angekündigte Antrag geht mit einer Investition von über CHF 150 Millionen über fünf Jahre einher. Revolut plant zudem, seine Belegschaft in der Schweiz von rund 30 auf knapp 100 Personen bis Ende 2027 zu verdreifachen. Diese lokale Präsenz soll die nötigen Funktionen bündeln, um in der Schweiz eine unabhängige Bank zu betreiben.
Revolut startet nicht bei null. Das Unternehmen gibt bereits 1,3 Millionen Kunden im Land an – das entspricht einer Durchdringung von rund 24 %. Ziel sind über 40 % in den nächsten zwei bis drei Jahren. Die Herausforderung ist nicht mehr der Markteintritt in der Schweiz, sondern einen Teil dieser Kunden dazu zu bringen, ihre Finanzen in der App zu zentralisieren.
Keine Änderungen vor dem Entscheid der FINMA
Revolut hat weder ein Entscheidungsdatum noch einen Migrationsplan genannt. Kunden nutzen ihr Konto weiterhin im bisherigen Rahmen – ohne etwas unternehmen zu müssen und ohne ihre Bankverbindung zu ändern.
Wenn die FINMA die Lizenz erteilt, will Revolut bestehenden Kunden die Migration zur neuen Schweizer Einheit ermöglichen. Zuerst muss das Unternehmen sein Angebot, die Bedingungen und das genaue Datum dieses Wechsels vorlegen. Dann lässt sich beurteilen, ob dieses neue Angebot eine Hauptbank wirklich ersetzen kann.
Revoluts Schweizer IBAN ersetzt noch kein Lohnkonto
Revolut bietet Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz bereits eine virtuelle CH-IBAN an. Kontoinhaber bleibt jedoch Revolut Bank UAB: Für eine Lohnzahlung muss der Arbeitgeber diese Bank als Begünstigte angeben und den Arbeitnehmer in der Zahlungsmitteilung identifizieren.
In der Praxis kann das funktionieren, wenn der Arbeitgeber es akzeptiert – aber es ist nicht so einfach wie mit einem Schweizer Konto, das direkt auf den Arbeitnehmer lautet. Diese Möglichkeit steht zudem Grenzgängern und Nicht-Residenten nicht zur Verfügung. Das Revolut-Konto bleibt vor allem eine Ergänzung zu einer Schweizer Bank.
Was eine Schweizer Banklizenz wirklich bringen könnte
Wenn die FINMA den Antrag annimmt, könnte Revolut:
- Eine Schweizer Bank werden. Kunden wären einer in der Schweiz ansässigen Bankeinheit zugeordnet statt der Revolut Bank UAB in Litauen.
- Die Schweizer Einlagensicherung anbieten. Sie würde für berechtigte Einlagen das litauische System ersetzen.
- Die Lohnzahlung vereinfachen. Eine lokale IBAN würde die Einschränkungen der aktuellen virtuellen CH-IBAN beseitigen.
- Funktionen hinzufügen, die zum Schweizer Markt passen. Revolut kündigt eBill an und prüft die Integration von TWINT.
- Neue Finanzdienstleistungen anbieten. Anlagekonten in Franken sind angekündigt, und die Säule 3a wird weiterhin geprüft.
Revolut will vom Zweitkonto zur Hauptbank werden
Revolut will nicht mehr nur die App sein, die man zum Reisen, Bezahlen oder Wechseln von Währungen nutzt. Der nächste Wachstumstreiber sind die typischen Nutzungen einer Hauptbank: Lohn erhalten, Rechnungen bezahlen, sparen und investieren.
Diese Marktentwicklung stand bereits im Zentrum unserer in Allnews veröffentlichten Analyse: Die Schweizer Neobanken treten in eine neue Phase ein. Mit dem Antrag bei der FINMA leitet Revolut nun die nötigen Schritte ein, um in der Schweiz zur Hauptbank seiner Kunden zu werden.
Neuer Druck auf Neon, Yuh, Zak und die Retailbanken
Wenn Revolut die Bewilligung erhält, in der Schweiz eine Bank zu werden, wird sie Neon, Yuh und Zak bei den Alltagskonten direkt konkurrenzieren. Diese Lösungen würden einen Teil ihres heutigen Vorteils verlieren: ein Angebot, das bereits an Schweizer Bankgewohnheiten angepasst ist.
Auch die Retailbanken sind betroffen: Revolut wird versuchen, ihren Platz bei Lohnempfang, Rechnungszahlung, Sparen und Investieren einzunehmen.
Solltest du Revolut schon jetzt zu deiner Hauptbank machen?
Nein. Warte, bis Revolut die Bewilligung erhält und sein Angebot, seine Preise, seinen Support sowie die Migrationsbedingungen für die künftige Schweizer Bank vorlegt. Vorerst betrifft die Änderung Revolut – nicht seine Kunden.
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Könnte Revolut deine Hauptbank werden?
Nutzt du Revolut bereits in der Schweiz oder wartest du auf ein umfassenderes Bankangebot?
- Nutzt du Revolut als Hauptkonto oder nur ergänzend?
- Würdest du deinen Lohn auf Revolut auszahlen lassen, wenn sie eine Schweizer Bank wird?
- Was fehlt dir heute: eBill, TWINT oder ein Angebot zur Säule 3a?
- Würde die Schweizer Einlagensicherung dein Vertrauen in Revolut verändern?
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